Das Village Projekt - Unterstützung von Kindern mit psychisch erkrankten Eltern

Forschungsgruppe Village der Ludwig Boltzmann Gesellschaft in Kooperation mit der Medizinischen Universität Innsbruck

Kinder von psychisch erkrankten Eltern sind einem höheren Risiko ausgesetzt, negative Folgen für ihr Leben zu erfahren. Die Forschungsgruppe „VILLAGE- How to raise the village to raise the child“ der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und Medizinischen Universität Innsbruck zielt auf die Wahrnehmung und Stärkung formeller und informeller Unterstützung für Kinder und Jugendlichen ab, deren Eltern psychisch erkrankt sind. Unterstützende Maßnahmen werden in gemeinsamen Ansätzen mit Stakeholdern entwickelt, in bestehende Netzwerke implementiert und anschließend evaluiert. Die Kinder und Jugendliche stehen im Mittelpunkt. Die Evaluierung der entwickelten Maßnahmen basiert auf einem „Realist Framework“ unter Anwendung verschiedener empirischer Methoden, wie zum Beispiel Literaturrecherche, Fragebögen, Fokusgruppen, Interviews, statistischen Analysen und teilnehmender Beobachtung.

Zeitplan

Interviews und Fokusgruppen mit Stakeholdern (April-Juni 2018) 

  • Ziel: Reflexion der derzeitigen Praxis der Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen
  • Ausloten einer Kooperation bzgl.: Co-Design von Interventionen, Training für die Identifikation von Kinder und Jugendlichen mit erhöhtem Risiko bzw. Interesse als "Village-KoordinatorIn" bei der Koordination von Intervention mitzuwirken, Interesse an der Beteiligung bei der Evaluierung der implementierten Maßnahmen
  • Zielgruppe: Versorgungseinrichtungen für psychische Gesundheit im Erwachsenen- und Jugendbereich, Kinder und Jugendliche 
  • Arbeitsaufwand: 1x 1-2 Stunden für ein Interview bzw. 1x 2-3 Stunden für eine Fokusgruppe

Co-Design der Interventionen (Oktober-März 2019)

  • Ziel: Informationen aus den vorangegangenen Literaturreviews („Scoping“), Interviews und Fokusgruppen in konkrete Maßnahmen und Interventionen überführen, die in einem gemeinsamen („Co-design“) Workshop erarbeitet werden
  • Zielgruppe: ExpertInnen, die im „Scoping“ identifiziert wurden, z. B. aus Gesundheitsberufen, Jugendamt, Kinder und Jugendliche, Eltern, etc. 
  • Arbeitsaufwand: ca. 6x 2-3 Stunden
  • Workshops (einmal pro Monat) 

Implementierung der Interventionen 
(September 2019-September 
2020 bzw. Juni 2021)

  • Ziel: Training und Mentoring für ExpertInnen für die Implementierung der Maßnahmen 
  • Zielgruppe: identifizierte „Village-KoordinatorInnen"

Evaluierung (ab 2021)

  • Ziel: implementierte Maßnahmen bzgl. ihrer Wirksamkeit und Kosteneffizienz mittels Interviews und Surveys evaluieren
  • Zielgruppe: alle Stakeholder, die am Projekt beteiligt waren

Managementstruktur

STEERING COMMITTEE
LBG & gastgebende Institution

Details

Das Steering Committee (SC) besteht aus jeweils einer/einem Vertreter/in der Ludwig Boltzmann Gesellschaft und Gast-Institution. Die Forschungsgruppe „Village“ ist an der Medizinischen Universität Innsbruck angesiedelt. Die Gast-Institution stellt der Forschungsgruppe die benötigte Infrastruktur, Unterstützung und Netzwerke zur Verfügung. 

Das SC tagt zwei Mal pro Jahr und stimmt auf Basis der Empfehlungen des Advisory Board (AB) den weiteren Aktivitäten der LBG Forschungsgruppe „Village“ und dem Verlauf des Forschungsprogrammes Psychische Gesundheit zu.  

ADVISORY BOARD
1x Open Innovation in Science ExpertIn
2x ExpertInnen aus Erfahrung
3x FachexpertInnen (davon ein PI-Peer)

Details

Das Advisory Board (AB) ist ein unabhängiges beratendes Gremium, das die LBG Forschungsgruppe anhand ihrer Forschungsaktivitäten evaluiert und die (wissenschaftliche) Qualität der Forschungsvorhaben gewährleistet. Das AB besteht aus einem/einer Open Innovation Expert/in, zwei Expert/innen mit eigenen Erfahrungen (Jugendliche und/oder junge Erwachsene mit Erfahrung im Bereich psychische Gesundheit), und drei erfahrenen Fachexpert/innen im Bereich Psychische Gesundheit (z. B. aus den Bereichen der Psychologie, Psychiatrie, Sozialwissenschaft, Gesundheitswissenschaft, etc.). Diese Fachexpert/innen weisen ebenfalls Erfahrung mit partizipativer Forschung und der Einbindung der Öffentlichkeit in Forschungsprozesse vor. Davon kann ein/e Expert/in ein Peer der Projektleiter/in sein. Die Forschungsgruppen Managerin und Projektleiterin der Forschungsgruppe berichten dem AB anhand folgender Struktur:

  • Forschungsaktivitäten (wissenschaftlicher Fortschritt, Einbindung der Kinder/Jugendlichen und der Gemeinde)
  • Strategie und Budget (Meilensteine und Erfolgsmaße, Drittmittelprojekte)
  • Personal- und entwicklung
  • Kommunikation und Disseminierung

Das AB tagt zwei Mal pro Jahr und berichtet dem SC über den Fortschritt und Aktivitäten der LBG Forschungsgruppe „Village“.

Forschungsgruppen &
Relationship Manager

Details

Die/der ManagerIn der Forschungsgruppe/Public Relations (RRM) unterstützt die LBG Forschungsgruppe „Village“ bei der Umsetzung von Open Innovation in wissenschaftliche Maßnahmen, speziell bei der Einbindung der Öffentlichkeit in Tirol in Forschungsaktivitäten, der Vernetzung mit Kooperations- und NetzwerkpartnerInnen, des Kapazitätsausbaus und bei Management-Aufgaben (Überwachung, Berichterstattung, Budgetierung). Die RRM berichtet dem AB zwei Mal jährlich über den Fortschritt über die genannten Aktivitäten.

Kompetenzgruppe
(ExpertInnen aus Erfahrung)

Details

Die Kompetenzgruppe (KG) besteht aus sechs ExpertInnen aus eigener Erfahrung (Kinder von Personen mit einer psychischen Erkrankung) und berät sowie reflektiert die geplanten Maßnahmen und Forschungsaktivitäten mit der Forschungsgruppe. Dadurch soll die Einbindung Betroffener während des gesamten Forschungsprozesses gewährleistet und deren Stimme in der Forschung vertreten sein. Die KG trifft sich monatlich mit der Forschungsgruppe. 

Projektleiterin
 

Details

Die Projektleiterin (PL) leitet die LBG Forschungsgruppe bestehend aus Co-ForscherInnen und einem Team in Österreich und ist für die Koordination und Abwicklung der Forschungsaktivitäten, sowie Budget und Personal verantwortlich. Die PL berichtet dem AB zwei Mal jährlich über den Fortschritt der Forschungsgruppe und geplanten Aktivitäten. 

Team und
Co-Investigatoren

Details

Die Co-ForscherInnen (CoI) sind Teil des Kernteams und übernehmen die Koordination von Arbeitspakten, wie im Forschungskonzept beschrieben. CoI bleiben an ihrer Organisation im Ausland verankert und treffen sich zwei Mal jährlich mit der restlichen LBG Forschungsgruppe in Österreich. Darüber hinaus sind regelmäßige virtuelle Treffen und Besprechungen einzurichten.

Das Team in Österreich bestehend aus DoktorandInnen, Studierenden und anderen Fachkräften, ist an der Umsetzung des Forschungskonzepts beteiligt und wird von der/dem ProjektleiterIn betreut. Gemeinsam bilden die/der ProjektleiterIn, die Co-ForscherInnen und das Team die LBG Forschungsgruppe „Village“. 

Kooperation- und Networkpartner/innen

Details

Kooperationspartner/innen sind Institutionen, mit denen während der Laufzeit der Forschungsgruppe gesonderte Kooperationsverträge abgeschlossen werden und die über die Kooperationsverträge einen finanziellen und inhaltlichen Beitrag zum damit erweiterten Forschungsprogramm leisten. 

Netzwerkpartner/innen sind institutionelle Anwendungspartner (NGO, Patient/innen-Organisationen etc.), mit denen während der Laufzeit der Forschungsgruppe gesonderte Netzwerkpartnerverträge abgeschlossen werden und die einen Zugang zu Patient/innen, Angehörigen, etc. ermöglichen, jedoch keinen finanziellen Beitrag zum Forschungsprogramm leisten.

Unser Team

  • Dr. Jean Paul, PhD, BASc, BSc (Hons)

    Projektleiterin

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village,  Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Dr. Paul ist die Projektleiterin des „Village“-Projekts als Teil des Forschungsprogramms zur psychischen Gesundheit der Ludwig Boltzmann Gesellschaft an der Medizinischen Universität Innsbruck. Sie hat einen Abschluss in Sozialwissenschaften und angewandter Linguistik und forscht unter Rückgriff auf ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen Analysemethoden im Bereich der Gesundheit von Kindern. Anhand qualitativer Methoden widmet sie sich der Frage, wie Menschen ihren Kontakt mit dem Gesundheitssystem erleben und welchen Einfluss diese Erfahrungen auf sie haben. Bevor sie im Januar 2018 nach Österreich gezogen ist, war sie Postdoktorandin am Murdoch Children’s Research Institute in Melbourne, Australien. Während ihrer dortigen Forschungsarbeit analysierte sie die klinischen Entscheidungsprozesse in Hinblick auf DNA-Tests bei Kindern. Jean promovierte im Jahr 2015 zum Thema Kommunikation im Gesundheitswesen und klinischer Genetik und hielt Vorlesungen zu den Themen Forschungsmethoden, genetische Beratung und angewandte Sprachwissenschaft im Gesundheitswesen. Sie unterhält internationale Beziehungen mit Australien und ist Ehrenmitglied (honorary fellow) der Universität Melbourne (Fachbereich Pädiatrie) und des Murdoch Children’s Research Institute (Genetik-Ausbildung (Genetics Education) und der Gesundheitsforschungsgruppe (Health Research Group). Aktuell fokussiert das „Village“-Projekts Möglichkeiten der Identifizierung von Kindern psychisch erkrankter Eltern innerhalb des Gesundheitssystems, um herauszufinden, um wie viele Kinder es sich handelt, welche zusätzliche Unterstützung brauchen und was bestmögliche Reaktionen auf die Bedürfnisse der Kinder sind. Ziel des Projekts ist es, die Identifizierung von eventuell gefährdeten Kindern zu verbessern und sowohl die formellen als auch die informellen Unterstützungsangebote im Umfeld des Kindes auszubauen.

  • Dr. Ingrid Zechmeister-Koss, MA

    Co-Investigator

    Ludwig Boltzmann Institute für Health Technology Assessment
    Wien, Österreich

    Details

    Über mich: Ich bin stellvertretende Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts für Health Technology Assessment (HTA) in Wien und versuche in dieser Funktion, die Rolle von HTA in Österreich zu stärken. Meine Forschungsarbeit konzentriert sich auf gesundheitsökonomische Themen. Im Speziellen beschäftige ich mit Fragen wie Ressourcen effizient und sinnvoll genützt werden können und wie eine nachhaltige Finanzierbarkeit eines öffentlichen Gesundheitssystems erreicht werden kann. Mein methodischer Schwerpunkt ist die gesundheitsökonomische Evaluation, die sich mit dem Verhältnis von Kosten und Nutzen von Interventionen auseinandersetzt. Abseits der Forschung habe ich als biomedizinische Analytikerin im Krankenhaus und als Gesundheitsökonomin in der österreichischen Sozialversicherung gearbeitet und bringe demnach Erfahrung über Prozesse bei Leistungsanbietern und Kostenträgern bzw. Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen mit.

    Meine Rolle: Ich steuere in allen Teilen des ‚Village Projekts‘ mein Wissen über das Österreichische Gesundheits- und Sozialsystem, sowie über die psychiatrische Versorgungsstruktur bei und bin verantwortlich für die kollaborative Entwicklung des Unterstützungsprogramms mit InteressensvertreterInnen, insbesondere mit betroffenen Kindern und Angehörigen. Die Erfahrung zu den Methoden im Bereich HTA, vor allem das methodische Know-How zu gesundheitsökonomischer Evaluation wird in die Literaturanalysen und in die Evaluation der im Projekt entwickelten Interventionen einfließen.

  • Dr. Melinda Goodyear, PhD, MBSc

    Co-Investigator

    School of Rural Health, Monash University
    Melbourne, Australia

    Details

    Dr. Melinda Goodyear forscht seit 2003 im Bereich Kinder psychisch erkrankter Eltern. Über 30 Peer-Review-Veröffentlichungen zu diesem Thema stammen aus ihrer Feder und sie kann auf mehr als 6 Mio. AUD Fördermittel für die Erforschung der Bedürfnisse von Familien, Eltern und Kindern zurückgreifen, bei denen bei einem Elternteil eine psychische Erkrankung sowie Drogenmissbrauch vorliegt. Ein wichtiger Schwerpunkt von Melindas Arbeit bestand zuletzt darin, Behörden und Dienstleister bei der Anwendung von Praxisstrategien für psychologische und soziale Auffangsysteme für Erwachsene zu unterstützen, um den Bedürfnissen psychisch erkrankter Eltern und ihren Kindern in größerem Umfang gerecht zu werden. Aus ihrer Arbeit sind Praxisleitfäden für das Gesundheits- und Sozialsystem hervorgegangen, um den Auswirkungen von psychischer Erkrankung, Traumata, Drogen und Alkohol sowie Spielsucht in Familien zu begegnen. Bei ihrem gegenwärtigen Projekt handelt es sich um eine, von der Regierung des australischen Bundesstaates Victoria finanzierte, randomisierte kontrollierte Studie im Rahmen der Initiative „Let’s Talk About Children“, die sich die Reduzierung des generationenübergreifenden Risikos einer psychischen Erkrankung von bereits betroffenen Eltern und ihren Kindern zum Ziel gesetzt hat. Melinda hat derzeit den Vorsitz der Untergruppe der Prato International Research Collaborative (internationale Forschungszusammenarbeit Prato) zum Thema „Weltweiter Systemwandel für Kinder psychisch erkrankter Eltern“ (Systems Change Worldwide for COPMI) sowie den Ko-Vorsitz von „Let’s Talk Worldwide“, das sich den internationalen Herausforderungen bei der Umsetzung von „Let´s Talk About Children“ in die klinische Praxis auf der ganzen Welt widmet. Seit Kurzem ist Melinda auch leitende Implementierungsspezialistin (Senior Implementation Specialist) am Parenting Research Centre und unterstützt in dieser Rolle die Organisationen beim Kapazitätsaufbau für die Unterstützung von Eltern bei der Kindererziehung, vor allem bei familiären Härtefällen. Melinda wird den Praxisteil des „Village“-Projekts leiten, uns bei der Erfassung der Bedürfnisse des österreichischen Gesundheitssystems zur Seite stehen sowie ein gemeinsam entwickeltes Implementierungskonzept auf die Beine stellen, um die SENSE- und CVA-Ansätze in die Praxis umzusetzen.

  • Annette Bauer, Diplom-Kffr., MSc

    Co-Investigator

    Personal Social Services Research Unit (PSSRU), London School of Economics and Political Science
    London, UK

    Details

    Über mich: Ich bin seit sieben Jahren als Forscherin an der London School of Economics and Political Science tätig. Ich arbeite dort für ein Forschungszentrum (PSSRU), dessen Ziel es ist qualitativ hochwertige Forschung zu betreiben, die national wie auch international Politik, Theory und Praxis im Gesundheits- und Sozialbereich beeinflusst. Das Zentrum ist von Professor Martin Knapp geleitet. Meine Forschung beschäftigt sich hauptsächlich mit der Evaluierung von kurz- als such langfristigen Kosten und Nutzen von präventiven Gesundheits- und Sozialprogrammen (einschließlich und mit besonderer Aufmerksamkeit auf mentale Gesundheit). Mein besonderes Interesse gilt den folgenden Bereichen: mentale Gesundheit während und nach der Schwangerschaft (und die Auswirkungen auf Kinder) - meine bisherige Forschung hat sich dabei mit den ökonomischen Kosten der Krankheit und dem ökonomischen Vorteil in diesen Bereich mehr Geld zu investieren beschäftigt; Programme die die Einbindung und Entwicklung der Gemeinschaft unterstützen (mit dem Ziel größeres Wohlergehen in der Gemeinschaft zu schaffen); die Rolle von Non-profit Organisationen um (mentale) Gesundheit zu stärken;  präventive Programmen für sozial benachteiligte Familien mit Kindern; Menschen mit Lernbehinderungen oder Demenz; interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Rehabilitation. Über die letzten vier Jahre habe ich einen Großteil meiner Zeit damit verbracht, für die Englische Health Technology Assessment Organisation (National Institute for Health and Care Excellence, NICE) Kosten- und Nutzen von Sozialprogrammen zu untersuchen um, zusammen mit Experten aus der Praxis, Forschung und mit gelebten Erfahrungen - Empfehlungen und Richtlinien zu entwickeln. Generell, interessiert mich besonders wie man Forschung so entwickeln und verwenden kann, dass sie einen erlebten Unterschied für Menschen macht, und relevant für die Politik und Praxis ist. Dieses Interesse habe ich schon früh gewonnen als ich in London in unterschiedlichen Rollen für die Implementierung lokaler Gesundheits- und Sozialprogramme zuständig war.

    Über meine Rolle im Village Project: Ich habe leitende Verantwortung für die Evaluation von den Praxisansätzen, die wir in Zusammenarbeit mit Interessenvertretern entwickeln. Das Ziel der Evaluation ist zu untersuchen, was braucht wer oder was hilft wem, unter welchen Umständen, und warum.  Ich arbeite unterstützend an vielen Teilaufgaben und hoffe, dass ich mit meinem Wissen das Projekt in vielerlei Hinsicht unterstützen kann. Ich finde es besonders spannend, dass es in dem Projekt an erster Stellen um Menschen in Innsbruck und deren Realitäten geht und dass wir zusammen an etwas arbeiten, was lokal Sinn macht. Es ist auch natürlich schön für einen Forscher wenn man sich gleichzeitig auch noch mit einer so lebendigen und attraktiven Stadt wie Innsbruck beschäftigen darf. Es wäre ein tolles Ergebnis für alle wenn es in uns in Zusammenarbeit gelingt,  Kinder von Eltern mit mentaler Krankheit in Innsbruck und Umgebung zu unterstützen, und ihre Stimme hörbar zu machen.

  • Univ.-Prof. Dr. Hanna Christiansen, PhD

    Co-Investigator

    Institut für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Philipps-University Marburg
    Marburg, Deutschland

    Details

    Prof. Dr. Hanna Christiansen, Dr. rer. nat., Diplom Psychologin, approbierte Kinder- und Jugendlichen und Psychologische Psychotherapeutin, Supervisorin, Co-I, Philipps-Universität Marburg, Arbeitseinheit Klinische Kinder- und Jugendpsychologie

    Dr. Hanna Christiansen forscht zu Fragestellungen der Klinischen Kinder- und Jugendpsychologie, unter anderem zu Kindern psychisch kranker Eltern. Sie hat über 60 begutachtete Publikationen und über sieben Millionen Euro Drittmittel eingeworben, darunter das Projekt „Children of mentally ill parents at risk evaluation/COMPARE“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Deutschland gefördert wird. In dem Projekt werden die Effekte elterlicher kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) auf die Kinder geprüft und verglichen, ob ein Elterntraining (Positive Parenting Program – PPP) zu inkrementellen Effekten führt (KVT+PPP). Innerhalb der Forschergruppe „The Village“ ist Hanna Christiansen eine der Co-Investigators und unterstützt insbesondere die Projekte zur „Child’s voice“ und der Dissemination. In der Lehre berücksichtigt Hanna Christiansen ebenfalls Kinder psychisch kranker Eltern. Gemeinsam mit Studierenden der Psychologie und Bildenden Kunst hat sie eine Übung entwickelt, in der die Studierenden Psychologische Kinderbücher erstellen, die gut verständlich psychische Störungen darstellen. Diese Bücher werden im Hogrefe-Verlag publiziert.

  • Mag. Dr. Raphaela Kaisler, MSc

    Forschungsgruppen und Relationship Manager

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Open Innovation in Science Center
    Wien, Österreich

    Details

    Über mich: Ich bin Psychologin mit einem multidisziplinären Hintergrund in Molekularbiologie und Wissenschaftskommunikation. Als Wissenschafterin war ich in der Grundlagenforschung im Bereich Krebsforschung, Neurowissenschaften und Sozialpsychologie tätig bevor ich meinen Schwerpunkt auf Projektmanagement in Forschungsorganisationen gelegt habe. Zusätzliche Ausbildungen im psychosozialen Bereich und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bilden die Grundlage für die meiner Schnittstellenfunktion an der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

    Meine Rolle: Als Forschungsgruppen Managerin bin ich die Schnittstelle zur Ludwig Boltzmann Gesellschaft und unterstütze die Forschungsgruppe bei dem Aufbau eines Partnernetzwerk und der Verbindung von Wissenschaft und Gesellschaft in Forschungsprozessen. Dabei liegt der Fokus auf der Einbindung von Betroffenen, ExpertInnen aus eigener Erfahrung im Bereich psychische Gesundheit, und anderen wichtigen Partnern in Forschungsaktivitäten.

  • Philipp Schöch, MSc.

    Projektkoordinator

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village,  Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Über mich: Durch mein Studium bringe ich eine soziologische Perspektive auf die Thematik mit, als auch ein gewisses Grundverständnis, welches es mir ermöglicht die Interessen der Forschungsgruppe bestens nach außen zu vertreten. Im Rahmen meiner Abschlussarbeit habe ich mich intensiv mit den Faktoren, die zur Bildungsvererbung beitragen, beschäftigt. In diesem Zusammenhang konnte ich aufzeigen, dass der Bildungsweg einer Person maßgeblich vom sozialen Umfeld und ihrer Bezugspersonen geprägt wird. Dieses spannende Ergebnis ist eng mit Sozialisation verknüpft, welche immer innerhalb einer Gesellschaft beziehungsweise des persönlichen Umfelds einer Person stattfindet. Daher hat aus meiner Sicht die Gesellschaft auch eine besondere Verantwortung gegenüber ihrer weniger privilegierten Mitgliedern. Folglich bin ich vom Ziel dieses Projekts schwer begeistert und möchte mit meiner Arbeit zum Erfolg des Projektes beitragen.

     

    Rolle: Als Projektkoordinator ist meine Rolle sehr vielseitig, wobei meine Hauptaufgabe darin besteht, das Projekt aus der Vogelperspektive zu betrachten, damit ich einen Überblick über die aktuellen Abläufe und den geplanten Projektfortschritt habe. Dazu arbeite ich sehr eng mit der Projektleitung und den beteiligten Forschern zusammen. Zudem organisiere und unterstütze ich die verschiedenen Events, die im Rahmen des Projektes stattfinden. Generell versuche ich den Informationsfluss zwischen den beteiligten Stakeholdern zu fördern sowie die Öffentlichkeit über das Projekt zu informieren und Interesse an der Beteiligung zu wecken.

  • Daniel Purtscheller, MSc

    Doktorand

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village,  Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Daniel studied psychology at the University of Innsbruck and is now enrolled in the doctoral program. When learning about Sigmund Freud's concept of the human conscious and unconscious mind and Ernest Becker's analysis of the human need to cope with death awareness, he started to examine the relationship between the human capacity to create meaningful world- and self-views, death awareness, negative affect, and distress. Following cognitive emotion theories, hedonic motivation theories, and, specifically, terror management theory, he assumes perceived personal mattering to have the power to reduce negative affect and to ameliorate crisis of meaning. This line of thought is also the cornerstone of his dissertation thesis. Children of a parent with a mental illness (COPMI) may sometimes feel invisible to their social environment regarding their own needs and motivations. Acknowledging their individual needs and motivations and providing social support may increase COPMI's sense of personal mattering and enhance subsequently their emotional wellbeing.

  • Lisa-Marie Dobener, MA

    Doktorandin

    Institut für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie, Philipps-University Marburg
    Marburg, Deutschland

    Details

    Nachdem ich mein Studium der Erziehungs- und Bildungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik und den Nebenfächern Psychologie und Vergleichender Kulturwissenschaften an der Philipps-Universität in Marburg abgeschlossen habe, absolviere derzeit das Marburger Modell, welches sowohl die Promotion als auch die Ausbildung zur Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin enthält. 

    In sowohl theoretischen Vorlesungen als auch praktischen Übungen in quantitativer und qualitativer Sozialforschung stellte sich für mich heraus, dass mir wissenschaftliches Arbeiten in einem spannenden Themenfeld sehr große Freude bereitet und motivierte mich, intensiver in der Forschung tätig zu sein. Während meines Studiums sowie meiner vielfältigen sozialpädagogischen praktischen Tätigkeiten und Praktika interessierte ich mich stets dafür, wie sich soziale Ungerechtigkeiten, Diskriminierungen sowie kritische Lebensereignisse auf Individuen auswirken und welche Bewältigungsstrategien Organismen ausbilden, um mit schwierigen Situationen umgehen zu können.

    Im Sinne einer frühzeitigen Prävention halte ich es besonders für die Lebensphasen der Kindheit und Jugend für äußerst elementar, die Behandlungskonzepte und sozialen Dienste stetig zu verbessern, was mich sehr motiviert, die Forschung für die Praxis fruchtbar zu machen und gleichzeitig aus der Praxis für die Forschung zu lernen. 

    Innerhalb des Projektes „The Village“ bin ich an der Dissemination, dem Scoping sowie dem Workpackage „Kinder im Fokus“ beteiligt.

  • Monika Schamschula

    Doktorandin

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village,  Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Über mich:  Im Zuge meiner Studien in Erziehungswissenschaft (BA) und Soziologie (MA) hat sich meine Leidenschaft für sozialwissenschaftliche Theorien sowie qualitative Forschungsmethoden entwickelt. Subjektivitäten, die über Ethnisierungen, Geschlecht oder Körper hervorgebracht werden, zählen (in unterschiedlichen Fragekonstellationen) zu meinen „Lieblings-Forschungsgegenständen“. Die Dekonstruktion gesellschaftlicher Kategorien, die im hegemonialen Diskurs häufig als etwas Essentialistisches interpretiert werden, kann meiner Meinung nach einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, Hierarchisierungs- Differenzierungs- und Normalisierungsmechanismen in der Gesellschaft sichtbar zu machen und ihnen entgegenzuwirken. 

    Rolle: Als PhD-Studentin im Bereich der qualitativen Forschung möchte ich das Projekt in vielen unterschiedlichen Arbeitsfeldern wie beispielsweise in der Datenerhebung, Transkription und qualitativen Datenanalyse unterstützen sowie ein eigenes Dissertationsprojekt im Rahmen des Forschungsprojektes planen und durchführen. 
     

  • Anna-Elena Pinggera, MA.

    Implementierungsspezialistin

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village,  Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Über mich: Nach Abschluss meiner Ausbildung zur Kindergartenpädagogin habe ich beschlossen, dass ich die strukturellen Rahmenbedingungen, in denen Kinder aufwachsen und heranreifen, mitgestalten möchte. Das hat mich dazu bewogen das Bachelorstudium Nonprofit-, Sozial- und Gesundheitsmanagement am Management Center Innsbruck zu absolvieren. Abgeschlossen habe ich das Bachelorstudium mit meiner Bachelorarbeit zum Thema Einführung einer Zuckersteuer in Österreich. Um meine Forschungsfrage zu beantworten, habe ich neben der Literaturrecherche und den Erfahrungsberichten aus anderen Ländern, österreichische ExpertInnen hierzu befragt. Anschließend habe ich auch noch ein Masterstudium belegt und hatte hier die Möglichkeit an einem Forschungsprojekt mit 1000 Kindergartenkindern in Tirol mitzuarbeiten. Wir haben hier mit einer adaptierten Version des Prisoner Dilemma’s die Kooperationsfähigkeit von Kindern untersucht. Vor meiner Mitarbeit bei dem Village Forschungsprojekt, habe ich sechs Monate lang bei SOS Kinderdorf International ein Projekt der sechs großen Kinderhilfsorganisationen koordiniert und auch Erfahrungen beim Land Tirol, sowie bei der Caritas Tirol in der Auslandshilfe sammeln dürfen. 

    Meine Rolle: Als Implementierungsspezialistin betreue ich die Umsetzung der Intervention. Das heißt ich betreue die Studienzentren (Psychiatrien & niedergelassene Praxen) und unterstütze auch die Village Koordinatorinnen in ihrer Arbeit mit den Familien. So bin ich Ansprechpartnerin für jegliche Fragen in Zusammenhang mit unserem Praxisansatz. Des Weiteren wirke ich auch unterstützend in Forschungstätigkeiten mit, vernetze mich mit externen Organisationen oder betreibe Öffentlichkeitsarbeit.

  • Laura Hölzle

    Research Assistant

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village,  Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Über mich: Nach meinem Abschluss in Tourismusmanagement habe ich zwei Jahre Berufserfahrung bei der Deutschen Bahn im Bereich Marketing und Kommunikation gesammelt bevor ich mich dem Masterstudium „Entrepreneurship & Tourism“ in Innsbruck gewidmet habe. Dort lag der Fokus auf dem dynamischen Zusammenspiel touristischer Akteure und der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus im alpinen Raum. Durch meine Tätigkeit an regionalen Forschungsprojekten der Tourismusfakultät im Bereich Datenerhebung und -verarbeitung wurde mein Interesse für die Forschung geweckt. Die Gewinnung und der Transfer neuen Wissens sowie die Definition konkreter Handlungsempfehlungen für aktuelle Herausforderungen animierte mich den Weg in die Forschung einzuschlagen. 

    In Bezug auf das Forschungsthema des Village Projekts selbst ist es mir ein großes Anliegen, betroffene Kinder und Familien frühzeitig zu identifizieren und die Etablierung eines sozialen Netzwerks zur Unterstützung der Kinder zu ermöglichen und wenn die Forschung dazu einen wertvollen Beitrag leisten kann. Darüber hinaus hoffe ich, durch das Projekt das Thema stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung aber auch der Fachkräfte und Politik zu rufen.

    Meine Rolle: Als Research Assistant übernehme ich alles, was an organisatorischen und unterstützenden Tätigkeiten dem Gelingen des Forschungsprojektes zugutekommt wie z.B. die Übersetzung von Forschungsdaten, Kommunikation mit Interessenvertretern oder die Verbreitung der Forschungsinhalte und Ergebnisse.  Aus Forschungssicht reizt mich an dem Village Projekt insbesondere der Open Innovation in Science Ansatz, nämlich Stakeholder aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft zielgerichtet in allen Phasen des Forschungsprojekts einzubinden und kollaborativ unterstützende und nachhaltige Maßnahmen zu erarbeiten. Das Besondere daran ist, dass nicht nur die Wissenschaft selbst davon profitiert, sondern durch die frühe Einbindung von nichtwissenschaftlichen Akteuren Nutzen für die Forschung und Gesellschaft zugleich gestiftet wird. Denn offen für die Ideen anderer zu sein und Wissen zu teilen stiftet Nutzen für die Forschung und Gesellschaft gleichermaßen. 

     

     

  • Selcan Basli, BA

    Student Assistant

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village,  Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Über Mich: Nach meinem Abschluss in den Politikwissenschaften und einigen praktischen Erfahrungen im sozialen Bereich, habe ich mich für ein Soziologie-Studium entschieden. Das große Bild der politischen Sphäre ist sehr faszinierend und facettenreich. Ein genauer Blick ermöglicht das Verständnis komplexer Themen und Beziehungen auf der Makroebene.

    Doch was passiert auf der Mikroebene? Die Gesellschaft zeichnet sich durch ständiges Wachsen und allgegenwärtigen Wandel aus. Sie wird durch Menschen geformt, die nach unterschiedlichen Normen und Werten leben. Dabei baut jeder einzelne Mensch seine Werte auf individuellen Erlebnissen auf. Kinder werden nicht nur von ihren Eltern erzogen, sondern auch von der Gesellschaft. Lehrer, Freunde aber auch flüchtige Begegnungen formen das Kind und prägen es. 

    Soziologie hilft mir dabei, die genaueren Strukturen und Mechanismen, durch die wir Menschen geformt werden, zu verstehen und nachvollzuziehen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kleinste Einflüsse, das Leben der Kinder stark beeinflussen können. Deshalb glaube ich fest daran, dass wir Rahmenbedingungen brauchen, die die Bedürfnisse der Kinder stets im Fokus haben. Nur wenn wir unsere Kinder bestmöglich heranwachsen lassen, legen wir gleichzeitig das Fundament für eine Gesellschaft, die sich den Problemen und Schwierigkeiten stellen und diese meistern kann.

    Rolle: Als studentische Assistentin ist es meine Aufgabe, die Forscher und Forscherinnen in ihrer Arbeit zu unterstützen. Unter anderem gehören die Durchführung, Transkription und Analyse von Interviews, Literatur- und Methodenrecherche und Übersetzungen zu meinem Aufgabenbereich. Das Arbeitsklima ist dabei sehr kollegial und basiert auf gegenseitiger Unterstützung.

  • Monika Liengitz, BA

    Student Assistant

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village, Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Über mich: Aktuell arbeite ich, neben meiner Tätigkeit im Village-Projekt, an meiner Masterarbeit in Soziologie. Dabei untersuche ich Bildungserfahrungen von Studierenden des Abendgymnasiums Innsbruck. In meiner Bachelorarbeit, die ich ebenfalls am Soziologie-Institut der Universität Innsbruck verfasst habe, habe ich mich mit dem ästhetischen Raum, seiner Konzeption und seinen Wirkungsweisen im „Theater der Unterdrückten“ befasst. Die Arbeit im Theater zählt neben der Forschung zu meinen Leidenschaften. Als ausgebildete Theaterpädagogin bin ich in verschiedenen Kontexten und mit verschiedenen Gruppen kreativ, pädagogisch und spielerisch tätig. Meine Erfahrungen konnte ich auch im Forschungsprojekt „Chill die Basis“ der Universität Innsbruck einbringen. Gemeinsam mit Volksschulkindern in Tirol haben wir zu Bildung und Bildungswegentscheidungen geforscht – dabei war unser Zugang ein qualitativer, partizipativer und transformativer. Die emanzipatorische Kraft des Theaters lässt sich wunderbar mit solchen Ansätzen in der Sozialforschung verknüpfen und ermöglicht es den Mitwirkenden, sich selbst, ihre Erfahrungen und ihre Handlungsspielräume zu erkunden, zu reflektieren und zu erweitern. Meine diesbezüglichen Erfahrungen bringe ich nun im Village-Projekt ein, um betroffene Kinder und Jugendliche durch das gemeinsame Arbeiten, Forschen, Reflektieren und Kreativ-Sein zu unterstützen und in ihrem Alltag zu stärken.

    Meine Rolle: Als Studienassistentin unterstütze ich die ForscherInnen in allen möglichen Bereichen wie Transkription, Literaturrecherche, Übersetzungs- und Organisationstätigkeiten, oder in der Konzeption und Umsetzung qualitativer Forschungsdesigns und deren Auswertung.

  • MMag.a Nadja Gruber

    Teamassistentin

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft Forschungsgruppe Village,  Medizinische Universität Innsbruck
    Innsbruck, Österreich

    Details

    Über mich: Ich hatte seit jeher eine große Affinität zu Sprachen. Bereits als Kind merkte ich, dass Sprache uns trennen oder verbinden kann. Meine Studien (Translationwissenschaften/Romanistik) haben mir unter anderem die Bereiche Linguistik und Kommunikation rational und analytisch nähergebracht. Gesellschaft ist kein homogenes Konstrukt. Analog zur Sprache, ist sie einem ständigen Wandel unterworfen. Manchen Menschen gelingt es nicht, das verbindende Element und die zur Verfügung stehenden Ressourcen bestmöglich zu nützen. Nicht allen Menschen stehen die gleichen Möglichkeiten zur Verfügung und nicht jedes Kind kann sein Potenzial adäquat entfalten. Das dadurch entstehende Defizit zieht sich manchmal über viele Generationen, da es unbewusst weitergegeben wird. Das Village Projekt hat mich von Anfang an fasziniert und ich wollte unbedingt ein Teil dieser großartigen Initiative sein. Das Ziel? Kindern, die es nicht so leicht haben, ein besseres soziales Netzwerk zur Verfügung zu stellen. Kommunikation hat hier einen enormen Stellenwert für mich, denn oftmals können sich die betroffenen Kinder nicht über ihre Bedürfnisse austauschen. Kinder mit psychisch kranken Eltern sind einem hohen gesundheitlichen Risiko ausgesetzt. Sie müssen meist zu viel aushalten und gehen oftmals weit über ihre kindlichen Grenzen. Wenn es uns gelingt, diese Thematik transparent und konstruktiv einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werden wir als Gesellschaft davon profitieren. Gesunde und glückliche Kinder können stabile und resiliente Erwachsene sein, die gute Entscheidungen treffen.

    Rolle: Als Team Assistant unterstütze ich das Team in verschiedenen Bereichen. Mein Hauptinteresse gilt der Entwicklung einer guten kommunikativen Strategie, die möglichst viele Menschen erreichen kann.

     

  • Kompetenzgruppe

    ExpertInnen aus Erfahrung

    Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Wien, Österreich

    Details

    Die Kompetenzgruppe, bestehend aus 6 ExpertInnen (jungen Erwachsenen) aus Erfahrung im Bereich psychische Gesundheit, berät und reflektiert die geplanten Maßnahmen und Forschungsaktivitäten mit der Forschungsgruppe. Dadurch soll eine Einbindung der Community während des gesamten Forschungsprozesses gewährleistet und die Stimme der Betroffenen und Angehörigen in der Forschung vertreten sein. Die Kompetenzgruppe  trifft sich monatlich mit der Forschungsgruppe. 

Arbeitspakete

  • WP 1: MANAGEMENT

    • Projektmanagement & Kommunikation
    • Etablierung interner Strukturen
    • Monitoring Milestones
    • Koordination von Interessenvertretern & Konferenzen
  • WP 2: KINDER IM FOKUS

    z. B. linguistische Mikroanalysen der Kommunikation und Interaktion von Kindern. Co-Partizipation von Kindern– kreative Medien, Diskussionen

    Details

    Work package 2: Die Stimme der Kinder/Kinder im Fokus

    Dieses Teilprojekt fokussiert sich auf die Wünsche und Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen. Wir untersuchen, wie Kinder und Jugendliche aktuell an Gesprächen und Diskussionen zu ihren Wünschen und Bedürfnissen beteiligt werden und was sie sich anders wünschen. Dafür wird ihre Perspektive in Bezug zu der ihrer Eltern und des Versorgungssystems gesetzt. Zentrales Anliegen ist, die Kinder und Jugendlichen ins Zentrum zu rücken, ihnen zuzuhören und sie dabei zu unterstützen, ihr eigenes formales und informelles Netzwerk zu identifizieren.

    Die selbstbestimmte Einwilligung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu artikulieren, gewinnt zunehmend an Relevanz in der Forschung mit Kindern und Jugendlichen. Dieses Projekt folgt insofern der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen und erkennt die ethischen Prinzipien und Rechte von Kindern an, eigene, speziell auf sie zugeschnittene Informationen zu erhalten, um darauf basierend partizipative Entscheidungen treffen zu können. Die Fokussierung der Kinder und Jugendlichen sowie eine kindzentrierte Kommunikation werden zur Generierung von Praxiswissen beitragen, dass in einer verbesserten Identifikation und Unterstützung von Kindern psychisch erkrankter Eltern mündet.

    In einer narrativen Literaturübersicht sollen zunächst aktuelle pädiatrische und Gesundheitsinteraktionen analysiert werden, die bereits jetzt die Kinder in den Fokus stellen. Auf Basis dieser Literaturübersicht werden in anschließenden soziologischen, mikro-linguistischen Analysen und mit teilnehmenden Beobachtungen über die verschiedenen Teilprojekte des “Village” Projektes hinweg Interaktionen mit Kindern in den Fokus genommen, um so ihre Wünsche und Bedürfnisse bestmöglich identifizieren und befriedigen zu können. Über Schulungen werden die im Gesundheitssystem tätigen Personen dafür entsprechend ausgebildet. Professor Lesley Stirling, School of Languages and Linguistics, The University of Melbourne, Australia unterstützt dieses Teilprojekt.

  • WP 3: SCOPING

    Identifizierung:

    • Derzeitige Praxis und Evidenz & Analyse der Zusammenarbeit von Services in Österreich (zB. Barrieren, Ansätze, Lücken, ….)
    • Aktive Teilnahme (zB. Fokus auf PatientInnen, Vertrauen)
    Details

    Work package 3: Scoping

    Dieses Teilprojekt fokussiert die Umsetzung und Machbarkeit der anderen Teilprojekte (kooperative Entwicklung, Implementation und Evaluation). Über systematische Literaturübersichten sowie Befragungen relevanter Akteurinnen und Akteure soll das Wissen zusammengestellt werden zu: a) der aktuellen Versorgungspraxis sowie möglichen Versorgungslücken von Kindern mit psychisch erkrankten Eltern, insbesondere mit Blick auf die Identifikation betroffener Familien, wobei auch hier die Kinder ins Zentrum gestellt werden; b) die (unbefriedigten) Wünsche und Bedürfnisse der Kinder; c) was wirkt für wen und wann, aktiven Wirkmechanismen, der Kosteneffektivitäten und relevanten Kontextfaktoren. Daraus sollen logische Modelle (realistischer Evaluationsansatz) zur Entwicklung von Praxisinterventionen abgeleitet werden. Relevante Akteurinnen und Akteure in der Gemeinde und des Gesundheitswesens sowie die betroffenen Familien werden in Form von Interviews und Fokusguppen beteiligt. Das Teilprojekt Evaluation ist eng mit diesem Projekt verknüpft.

  • WP 4: CO-ENTWICKLUNG

    • Co-Entwicklung der kollaborativen Zusammenarbeit und Screening
    • Entwurf Praxisansatz
    • Trainingsprogramm
    Details

    Work package 4: Co-Entwicklung

    Dieses Arbeitspaket hat drei Ziele: 1) Praxisansätze zu entwickeln, mit denen einerseits professionelle Fachkräfte gefährdete Kinder früh erkennen können und mit denen andererseits Unterstützung durch Bezugspersonen gemeinsam mit professionellen Hilfsangeboten über Sektorengrenzen hinweg koordiniert und auf den individuellen Bedarf abgestimmt wird. 2) Trainingsmaterial für die Implementierung der Praxisansätze in Tirol erstellen und 3) im Rahmen dieses Arbeitspaketes zentrale Indikatoren für die Evaluierung der Praxisansätze definieren. Die Entwicklung der Praxisansätze sowie der Evaluationsindikatoren erfolgt in einem partizipatorischen Prozess, bei dem InteressensvertreterInnen – insbesondere auch Betroffene – kontinuierlich eingebunden werden.

    Im Rahmen des Arbeitspaketes finden eine Reihe von Workshops statt, in denen auf der Grundlage von Evidenz (aus WP3) in Kombination mit den Erfahrungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam ein Unterstützungskonzept entwickelt wird. Eine Reihe von qualitativen Methoden werden eingesetzt, um die Ergebnisse aus den Workshops und sonstige Daten, die im Rahmen des Arbeitspaketes erhoben werden, zu analysieren.

  • WP 5: IMPLEMENTATION

    • Training und Implementierungsansätze NIRN Ansatz (Exploration, Installation, Prä-Implementierung)
    • Zielgruppe: Kinder psychisch erkrankter Eltern,    0-18 Jahre
    Details

    Work package 5: Umsetzung

    In diesem Teilprojket soll der partizipative Entwicklungsansatz von Teilprojekt 4 in die Praxis umgesetzt werden. Wir wollen Personen aus dem Versorgungsbereich sowie interessierte Akteurinnen und Akteure trainieren und darin unterstützen, Kinder mit psychisch erkrankten Eltern besser zu erkennen und sie für unseren „Village“-Ansatz, d. h. den Aufbau informeller und formaler Unterstützung für die Kinder/Jugendlichen, gewinnen. Das Projekt basiert auf Kenntnissen der Implementationsforschung, um neue, evidenzbasierte Interventionen in der Versorgungspraxis nachhaltig zu verankern. Interessierte „Village“-Vertreterinnen und Vertreter werden darin trainiert, Netzwerkinterventionen auf- und auszubauen, die die Kinder in den Fokus stellen und bestmöglich unterstützen. In einem gestuften Ansatz werden alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer geschult und laufend unterstützt. Damit dies partizipativ erfolgen kann, wollen wir zunächst die aktuellen Umgebungsbedingungen genau untersuchen und verstehen, um dann basierend auf der Analyse von bewährten Programmen (Teilprojekt 3) und einer ersten Pilotphase, einen kooperativen Ansatz zu entwickeln, der Kontextfaktoren und mögliche Barrieren der Versorgung berücksichtigt. Dafür wollen wir mit zentralen, in der Gesundheitsversorgung tätigen Personen in Tirol zusammenarbeiten. Dieses Implementationsprojekt wird im Verlauf qualitativ und quantitativ evaluiert (Teilprojekt 6), um aus den Mechanismen sowie der Wirkung Erkenntnisse für eine verbesserte Versorgung ableiten zu können.

  • WP 6: EVALUATION

    Formative (Machbarkeit, Angemessenheit, und Akzeptanz), Prozess (Implementierung), Ergebnis, (Kosten-) Effektivität & Auswirkung (der Maßnahmen)

    Realist Evaluation

     

    Details

    Work package 6: Bewertung der neuen Ansätze in der Praxis

    Die Bewertung umfasst eine Prozess- und eine Ergebnisevaluation. In der Prozessevaluation geht es darum herauszufinden, ob die praxisorientierten Ansätze erfolgreich implementiert wurden. Dabei werden wir Größen messen wie: Anzahl der Kinder die identifiziert und denen die Teilnahme an unserem Programm angeboten wurden; Anzahl der Fachkräfte (und anderer Beteiligter), die geschult wurden. Wir werden auch andere Dimensionen messen, die für den Erfolg der Ansätze wichtig sind wie zum Beispiel das Wissen und Verhalten von Fachkräften, Eltern und anderen Beteiligten gegenüber den Bedürfnissen der Kinder, und wie sie ihnen helfen können. In der Ergebnisevaluation geht es darum herauszufinden, ob die Praxisansätze einen positiven Einfluss auf die Kinder (und Familien) hatten. Der Fokus der Evaluation wird auf Ergebnissen liegen, die kurzfristig messbar sind, aber einen Einfluss auf Langzeitergebnisse haben. Das können zum Beispiel Größen sein wie: Selbstbewusstsein des Kindes; Vertrauen in soziale Beziehungen; aktives Hilfesuchen; Zeit, seinen eigenen Interessen nachzukommen; empfundene Belastung. Darüber hinaus prüfen wir auch die Kosten für die Umsetzung dieser Praxisänderungen und Änderungen der Ressourcen (Kostenbewertung).

    Die Bewertung erfolgt nach einem realistischen Methodenansatz, der sich besonders für komplexe Interventionen eignet und die Mechanismen und Bedingungen für Veränderungen berücksichtigt. Das heißt, wir werden nicht nur verstehen können, ob positive Ergebnisse erzielt wurden, sondern auch für wen, unter welchen Bedingungen und wie. Diese Art von Wissen kann besonders nützlich sein, um Empfehlungen für die Einführung einer Intervention an anderen Orten abzuleiten.

    Die Programmtheorie und Logikmodelle (entwickelt in den Arbeitspacketen 3 und 4) werden den Rahmen der Evaluation bilden. Ergebnisse und Kosten werden in einem vergleichenden Studiendesign gemessen, das zwei Strategien miteinander vergleicht: Die erste wird sein, dass Eltern und ihre Kinder identifiziert und Informationen über Informationsangebote gegeben werden; die zweite wird sein dass zusätzlich den Kindern weiter Unterstützung angeboten wird. Was gemessen wird, wird in der Scoping- und Co-Development-Phase mit den Interessensgruppen abgestimmt (Arbeitspackete 3 und 4).

  • WP 7: VERBREITUNG DER ERGEBNISSE

    z. B. Konferenzen, Medien, Open-Access-Publikationen, Website, PatentInnen-Interessenvertreter-Konferenzen

    Details

    Work package 7: Kommunikation und Verbreitung

    Ziele dieses Teilprojektes sind: (1) relevante Akteurinnen und Akteure für das Thema „Kinder psychisch erkrankter Eltern“ zu gewinnen; (2) Wirkung auf individueller, Gemeinde-, regionaler und (inter-)nationaler Ebene erzielen, insbesondere in den Bereichen Forschung, Praxis und Politik. Wir streben eine stigmasensitive Kommunikation und Dissemination an, um Versorgungsbarrieren bestmöglich überwinden zu können. Zur Zielerreichung werden verschiedene Tagungen/Workshops organisiert, zu denen relevante Stakeholder eingeladen werden (z. B. betroffene Familien, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitssystems und der Jugendhilfe, Politikerinnen und Politiker, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher, Sozialarbeiterinnen und –arbeiter), um über das Projekt zu informieren. Dafür sollen z. B. Expertinnen und Experten zu Vorträgen über den Stand der Forschung aber auch bewährte Praxismodelle eingeladen werden. Politikerinnen/Politiker, aber auch z. B. Patientenorganisationen werden über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft eingebunden. Wir streben Kooperationen und Partnerschaften mit relevanten Einrichtungen an, z. B. mit den „Frühen Hilfen“ sowie den „Communities that Care – Österreich“. Informationen werden laufend aktualisiert und über die Website „The Village“ zur Verfügung gestellt. Innovative Kommunikationstechnologie (z. B. Videos, Infographiken) wird dafür genutzt werden. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen in internationalen Fachzeitschriften publiziert und am Ende des Projektes der interessierten Öffentlichkeit im Rahmen einer gemeinsamen Konferenz mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, den betroffenen Familien, Eltern und Kindern sowie relevanten Akteurinnen und Akteuren, vorgestellt werden.

  • ZIELE

    • Kollaborativer Praxisansatz - Kinder im Fokus
    • Verbesserte Entwicklung von Kindern
    • Verbesserte Kosten-Nutzeneffizienz durch einen kollaborativen Praxisansatz